Vor einigen Wochen saß ein Unternehmer in meinem Büro. Wir hatten fast zwei Stunden gesprochen. Über seine Schulden. Über die Voraussetzungen einer Privatinsolvenz in Irland. Über seinen Beruf. Seine Familie. Seine Zukunft. Eigentlich waren alle Fragen beantwortet. Als wir aufstanden, sagte er: | | „Herr Dr. Wagner, eigentlich weiß ich, dass ich diesen Weg gehen sollte. Aber ich kann mir einfach nicht vorstellen, in Irland neu anzufangen.“ |
Diesen Satz höre ich seit fünfzehn Jahren. Nicht immer mit denselben Worten. Aber fast jede Woche. Die wenigsten schrecken vor der Privatinsolvenz zurück. Sie schrecken vor dem Bild zurück, das sie sich von einem Leben in Irland gemacht haben. Dass sie ihre berufliche Existenz aufgeben müssten. Dass sie in Irland keine Arbeit finden. Dass ihr Englisch nicht ausreicht. Dass sie ihre Familie monatelang nicht sehen. Dass sie dort völlig auf sich allein gestellt wären. Manche Sorgen sind berechtigt. Andere beruhen auf Vorstellungen, die mit der Wirklichkeit wenig zu tun haben. Deshalb wird gewartet. Bis nach dem Sommer. Bis Weihnachten. Bis der nächste Auftrag abgeschlossen ist. Bis die Kinder mit der Schule fertig sind. Bis irgendwann der richtige Zeitpunkt kommt. In dieser Zeit verändert sich allerdings meist nur eines: Die Schulden werden größer. Der Druck ebenfalls. Vor einiger Zeit meldete sich derselbe Unternehmer wieder. Er hatte sein Verfahren inzwischen begonnen. Ich fragte ihn, was rückblickend die größte Hürde gewesen sei. Seine Antwort kam ohne zu zögern. | | „Nicht Irland. Sondern die Monate, in denen ich mir ausgemalt habe, wie schwierig alles werden würde.“ |
Dieser Satz ist mir bis heute in Erinnerung geblieben. Genau deshalb gibt es NEUSTART. Seit fünfzehn Jahren begegnen mir immer wieder dieselben Fragen. Muss ich wirklich nach Irland ziehen? Kann ich dort überhaupt arbeiten? Was passiert mit meinem Unternehmen? Wie finde ich eine Wohnung? Ist mein Alter ein Problem? Was bedeutet das alles für meine Familie? Die rechtlichen Voraussetzungen lassen sich meist relativ schnell klären. Die eigentliche Hürde sind häufig die Bilder, die Menschen im Kopf haben, bevor sie überhaupt den ersten Schritt gehen. In jeder Ausgabe von NEUSTART greife ich eine dieser Fragen auf. Nicht mit Werbeversprechen. Sondern mit den Erfahrungen aus fünfzehn Jahren Beratungspraxis. |