Verhindern der Privatinsolvenz

Antrag auf Privatinsolvenz von Dritter Seite:
Extrem gefährlich und wie vermeidet man diesen?

Verhindern können Gläubiger die England-Insolvenz nur mit einer Maßnahme:

  • Eröffnung eines rechtskräftigen Insolvenz-Verfahrens in Deutschland.

Denn dann kann kein zweites Verfahren in England eröffnet werden.

Wie vermeidet man diese gefährliche Falle?  

Juristisch gesehen kann ein Antrag auf Durchführung eines Insolvenzverfahrens entweder durch den Schuldner oder durch einen seiner Gläubiger stattfinden.

Ein Antrag eines Gläubigers ist immer unter den Voraussetzungen des § 14 I InsO möglich.

Dabei muss der Antrag eines Schuldners die Voraussetzungen erfüllen, die § 305 I InsO enthält. Wenn also ein Gläubiger einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellt, so muss das zuständige Insolvenzgericht dem Schuldner nach §§ 306 III, 305 III S. 3 InsO immer die Möglichkeit geben, innerhalb von drei Monaten auch einen eigenen Antrag zu stellen und ihm damit eben die Möglichkeit einräumen, selbst einen Antrag auf Erteilung der Restschuldbefreiung zu bewirken.

Ein solcher Schuldnerantrag muss weiterhin den Vorschriften des § 305 I InsO entsprechen. Das bedeutet, dass jeweils vor der Antragstellung schon ein außergerichtlicher Einigungsversuch mit den Gläubigern unternommen worden sein muss.

Weiterhin muss innerhalb von drei Monaten dann der Schuldner einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens über sein eigenes Vermögen stellen.

In diesem Falle ruht der Gläubigerantrag und wird frühestens nach dem Ablauf einer 3-Monats-Frist fortgesetzt. ?

Voraussetzungen an einen Antrag der Gläubiger

Die Gläubiger müssen für ihre Anträge nicht die amtlichen Vordrucke verwenden.

Eine solche Verpflichtung trifft nur den Schuldner.

Nach § 14 InsO ist ein Gläubigerantrag immer dann erlaubt, sofern der Gläubiger ein rechtliches Interesse an der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens hat. Außerdem muss er den Eröffnungsgrund und seine Forderung gegenüber dem jeweiligen Schuldner „glaubhaft machen „ . Bezüglich der Verbraucherinsolvenz ist nur die Zahlungsunfähigkeit ein Eröffnungsgrund für einen Gläubigerantrag.

Es ist herrschende Meinung, dass bei Gläubigeranträgen die Anforderungen bezüglich der Glaubhaftmachung eines Insolvenzgrundes keine hohen Anforderungen erfüllen muss.

Eine Behauptung ist dann glaubhaft gemacht, wenn das Gericht lediglich „überzeugt „ ist aufgrund der Ausführungen des Antragstellers, dass diese Behauptung mit „überwiegender Wahrscheinlichkeit“ zutrifft. Es ist also kein vollständiger Beweis erforderlich.

Risiken bei Antragstellung durch Gläubiger

Für einen Gläubiger ist es nur dann sinnvoll einen Antrag zu stellen, wenn er sich – bezogen auf eine Einzelzwangsvollstreckung – in einer aussichtslosen Position befindet. Außerdem wäre es dann sinnvoll, wenn der Gläubiger vermutet, dass der Schuldner Vermögen beiseiteschaffen möchte. In allen anderen Fällen würde der Gläubiger ja seine eigene Vermögensinteressen gefährden, weil er den Schuldner dazu zwingt, zusammen mit seinem Eigenantrag auch einen Restschuldbefreiungsantrag zu stellen und er dann leer ausgehen könnte.

Ist aber beispielsweise das Einkommen des Schuldners von einem anderen Gläubiger für längere Zeit gepfändet, dann ist ein Privatinsolvenzverfahren in der Regel die einzige Möglichkeit der übrigen Gläubiger, überhaupt Teilzahlungen zu erhalten.

In einem gerichtlichen Insolvenzverfahren endet die Pfändung zu Gunsten eines anderen Gläubigers nach zwei Jahren. Die restlichen pfändbaren Einkommensbestandteile werden während des Privatinsolvenzverfahrens und der anschließenden Wohlverhaltensperiode dann unter allen Gläubigern entsprechend ihrer Quote verteilt.

Kostenrisiko des Gläubigers

Zusätzlich muss der Gläubiger sein Kostenrisiko bei der Antragstellung beachten. Denn zur Deckung der gerichtlichen Kosten kann das Gericht vom Antragsteller in dem Eröffnungsverfahren einen Vorschuss verlangen. Wie verhält sich der Schuldner bei einem Gläubigerantrag? Der Schuldner muss bei einem Gläubigerantrag schnell reagieren, da er

• nur dann eine Restschuldbefreiung erhält,

• wenn er selbst einen Antrag auf Restschuldbefreiung inklusive einem eigenen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellt.

Hierbei ist die 3-Monats-Frist, die ihm nach § 305 III S. 3 InsO erlaubt ist, für die notwendigen Maßnahmen in der Regel äußerst kurz bemessen.

Wie also verhindert man eine solchen Antrag Dritter?

Man muss hier immer den Einzelfall betrachten und die jeweilige Motivation und Handlungsfähigkeit der Gläubiger untersuchen.

Insbesondere gilt es durch ein schlaues

  • Taktieren im Abmeldescenario und mit
  • Zahlungs-Taktiken Zeit zu gewinnen,

um den Lebensmittelpunkt in England so schnell aufzubauen, dass ein deutsches Verfahren auch von dritter Seite nicht mehr eröffnet werden kann.

Rufen Sie uns dazu an für eine kostenfreie Beratung oder senden Sie ein Mail an drwagner@anwalt-insolvenz.eu oder bitten um Rückruf.

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