Gerüchte zur Privatinsolvenz in England, die von Beratern gerne in die Welt gesetzt werden

Unter dem sinngemäßen Text

„Fakten zur Englandinsolvenz, die Berater gerne unter den Teppich kehren“

werden von Agenturen gerne Gerüchte in die Welt gesetzt, um unsinnige Gefahren in England aufzuzeigen.  Mit dem Ziel, sich dann als Berater anbieten zu können  der diese - nicht vorhandenen - Probleme löst. Diese Ausführungen sind in der Regel sachlich falsch und völlig unsinnig, weshalb wir nachfolgend kurz darauf eingehen möchten.

 

Selbstverständlich dürfen gerade wir als führender Anbieter für die Privatinsolvenz in England und unter Wahrung unserer anwaltlichen Aufklärungspflichten keine Risiken verschweigen oder herunterspielen. Im Gegenteil: wir können nicht oft genug appellieren, das englische Insolvenzverfahren angesichts seiner gut erfüllbaren Voraussetzungen legal in allen Punkten zu durchlaufen und damit eine rechtssichere Entschuldung zu erhalten.

 

Aus unserer täglichen Beratungspraxis in England möchten wir dennoch einige der am meisten verbreiteten  Gerüchte kommentieren:

 

Gerücht 1:

Englische Gerichte seien mit deutschen Richtern besetzt

 

Träfe die zu, wäre es für unsere Mandanten schlichtweg ideal. Denn wenn englische Gerichte deutschsprachige Richter hätten, wäre für viele Mandanten, die der englischen Fachterminologie nicht gewachsen sind, eine Hürde abgebaut.

 

Tatsächlich aber ist uns lediglich ein einziger wichtiger Richter am High Court in London bekannt, der in der Tat deutsch spricht und auch auf internationalen Foren spricht. Leider ist dies eine Ausnahme. Das Gerücht, man könne sich deshalb nicht hinter mangelnden Sprachkenntnissen in England verstecken, da dies durch deutschsprachige Richter aufgedeckt würde, ist völlig unsinnig und aus der Luft gegriffen.

 

Gerücht 2:

Man müsse seine Ein- und Ausreisedaten in England eidesstattlich bestätigen

 

Tatsache ist, dass England nicht dem Schengen Abkommen angehört und Sie sich auch als EU-Bürger bei Einreise einer Ausweiskontrolle unterziehen müssen. Insofern sind selbstverständlich Ihre Daten elektronisch in den entsprechenden Dateien vorhanden und technisch grundsätzlich dokumentiert.

 

Tatsache ist aber, dass die englischen Gerichte auf diese Daten keinen unmittelbaren Zugriff haben. Und in der Gerichtspraxis ist es fast ausgeschlossen, dass solche Daten in einem normalen Insolvenzverfahren angefordert werden.

 

Entsprechend müssen Sie auch in dem Verfahren an keinem Punkt Ihre Ein- und Ausreisedaten nachweisen.

 

Diese Regel könnte nur in extremen Ausnahmefällen durchbrochen werden, falls Sie sich in Auseinandersetzungen mit dem Gericht befänden und im Rahmen einer Beweisaufnahme (z.Bsp. schwerwiegender Betrugsverdacht) zunächst von Ihnen gewisse Belege für Ihre Beweislage vorgelegt werden müssten oder in Extremfällen gesondert vom Gericht angeordnet würde, Ihre Daten anzufordern.

Eine Angstmache an dieser Stelle ist daher völlig falsch und zeugt von Unkenntnis der wahren Verhältnisse.

 

Gerücht 3:

Eine schnelle Rückkehr nach Deutschland nach  gestartetem Insolvenzverfahren führe zur Annullierung

 

Die Frage der Rechtslage nach rechtskräftigem Beginn des Insolvenzverfahrens in England ist komplex und kann nicht holzschnittartig und ohne Berücksichtigung der individuellen Voraussetzungen beurteilt werden.

 

Zur Interpretation des Lebensmittelpunktes in England gemäß Artikel 3 der Europäischen Insolvenzordnung (EuInsVO)  kann durchaus eine gewisse langfristige Motivation gehören, seinen Lebensmittelpunkt dauerhaft nach England zu verlegen. Insbesondere jüngere Urteile der englischen Gerichte, die ja nach einer Art Case Law vorgehen, bieten Indizien für diese Rechtsauslegung. Insofern sollte man in der Tat nicht den Wortlaut des Gesetzes ausreizen und sofort nach Annahme des Verfahrens seinen Lebensmittelpunkt aus England weg in eine andere Region verlagern.

 

Über das  richtige Verhalten in der Zeit nach Insolvenzantragsannahme ist sehr differenziert zu argumentieren. Die von uns betreuten Mandanten werden dazu individuell und maßgeschneidert über den besten Weg beraten und in die Lage versetzt, diesen praktisch zu gehen.

 

Gerücht 4:

Englischkenntnisse seien extrem wichtig

 

Selbstverständlich gehen die Gerichte in England davon aus, dass jemand der seinen Lebensmittelpunkt glaubhaft und dauerhaft nach England verlagert, auch gewisse Englischkenntnisse mit sich bringen sollte.

 

Grundsätzlich aber gibt es selbstverständlich keine Pflicht alles selbst in Englisch vorzutragen oder auch perfekt zu sein. Dazu kann jeder selbstverständlich Dolmetscher mitnehmen oder auch eben in nicht so perfektem Englisch seine Dinge vortragen. Hier gibt es keine pauschale Regelung.

 

Unsere Mandanten werden auf jeden Fall von uns als Dolmetscher bei Gericht, beim Insolvenzverwalter und bei allen Behörden begleitet, sodass hier geringe Englischkenntnisse überhaupt kein Problem sind. Die Angstmache an dieser Stelle ist vordergründig und abzulehnen.

 

Gerücht 5:

Es sei entscheidend, ein englisches Unternehmen zu betreiben bzw. dazu eine Ltd. zu gründen

 

Diese Behauptung ist ebenfalls völlig falsch und teils sogar gefährlich.

 

Der Aufenthalt in England ist in keiner Weise an die Gründung eines Betriebes oder einer ähnlichen Konstruktion gebunden. In vielen Fällen mag es sich durchaus empfehlen einen solchen Betrieb zu gründen und in seine Lebensgeschichte glaubwürdig einzubauen.

 

Da dies aber nur in begründeten Fällen zutrifft, ist es kein Standard. Oft ist es empfehlenswerter, sich als Selbständiger darzustellen ohne eine offensichtlich schräge Konstruktionen zu schaffen, die vom Gericht und dem Insolvenzverwalter auf einen Blick als durchsichtige Maßnahmen zu erkennen sind, die nur mit dem Zwecke der Englandinsolvenz getätigt wurden.

 

Gerücht 6:

Richter und Insolvenzverwalter seien feindlich eingestellt und es sei schwer mit ihnen zu kommunizieren („Gestapo-Methoden“)

 

Dieses Gerücht ist fundamental das Gegenteil von dem was Sie in England antreffen werden.

 

Gerade die sogenannte „Insolvenzkultur“ in diesem Lande ist diametral anders als in Deutschland/Österreich.

 

Während hier der Bestrafungsgedanke des Schuldners im Vordergrund steht und dieser auch in der langen Wohlverhaltensperiode bzw. Mindestquoten seinen Ausdruck findet, sieht die englische Philosophie der Schuldenbefreiung vor, die Schuldner wieder möglichst rasch und ohne großen Schaden für ihn in den Wirtschaftskreislauf einzuschleusen.

 

Entsprechend ist auch die Behandlung bei Gericht fair und folgerichtig sind die englischen Gesetze sehr schuldnerfreundlich gestaltet.

 

Vor diesem Hintergrund ist gerade das Gerücht, mit „Gestapo-Methoden“ verhört zu werden und besonders kritisch behandelt zu werden, eine völlige Verkehrung der Realität.

 

Gerücht 7:

In den meisten Fällen sei von einer Englandinsolvenz abzuraten

 

Diese Aussage ist das Gegenteil der Realität, da es in Europa kein vergleichbares Verfahren gibt, sich legal und rechtssicher in nur 12 Monaten zu entschulden.

 

Dies zudem noch rechtssicherer und umfassender als unter deutschem oder österreichischem Recht.

 

Das Gegenteil ist auch hier  der Fall: durch das bei Schuldnern und selbst bei Insolvenzanwälten und Insolvenzverwaltern kaum vorhandene bzw. sehr lückenhafte Wissen über die englischen Verhältnisse, wird die Chance der englischen Insolvenz von viel zu wenigen aufgegriffen. Sie wird einer nach wie vor  äußerst kleinen Gruppe von gut informierten und flexiblen Schuldnern überlassen.

 

Dies beweisen die äußerst geringen Zahlen deutscher Schuldner die in England pro Jahr eine Insolvenz machen. Nach Angabe des High Curt in London waren dies z.B. im Jahr 2012 deutlich weniger als 200 deutsche Insolvenzverfahren. Daher von einem in England unerwünschtem „Insolvenztourismus" zu sprechen, ist angesichts dieser verschwindend geringen Zahl von jährlich etwa  130-150  Deutschen und Österreichern ebenfalls barer Unsinn.

 

Auf diese Tatsache hat auch der High Curt in mehreren Veröffentlichungen und hochwertigen Foren explizit hingewiesen. Entsprechend hat auch der deutsche Gesetzgeber niemals gegen die Anwendung europäischen Rechts im Rahmen der Insolvenz in England Bedenken eingelegt oder Gegenmaßnahmen ergriffen. Dies wir mit Sicherheit auch in Zukunft  so bleiben.

 

Schlussbemerkung:

Warnung vor Scharlatanen und Amateurberatern

 

In unserer täglichen Praxis erleben wir es immer wieder, dass Mandanten mit  irrigen Erfahrungen und Ratschlägen von dubiosen  Anbietern zu uns kommen, über die wir uns immer wieder wundern.

 

Zunächst verstoßen diese in fast allen Fällen nicht anwaltlich zugelassenen Anbieter der Dienstleistung „Insolvenz in England“  eindeutig gegen deutsche Gesetze und das in Deutschland herrschende Anwaltsmonopol. Dies auch dann, wenn sie angeblich nur aus dem Ausland arbeiten.

 

Wir arbeiten als eine in Deutschland zugelassene Kanzlei und als deren englischen Tochterfirma kooperativ als führendes Unternehmen für die Insolvenz im Ausland im Großraum London. Wir begleiten deutsche und österreichische Mandanten erfolgreich durch das Privatinsolvenzverfahren in England.

 

Mit unserem Büro in London sind wir 365 Tage vor Ort. Wir kennen die Insolvenzverwalter und die Richter sowie alle aktuellen Verfahrensprozesse im Detail und aus täglicher Praxis.

 

Professionell durchgeführt bietet die Insolvenz in England nicht nur die kürzeste Verfahrenszeit, sondern auch die eindeutig größte Rechtssicherheit aller Privatinsolvenzverfahren in Europa.

 

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